23. März 2019

Brennstäbe frasen Löcher in Reaktordruckkessel von Fukushima I

Die Befürchtungen, die Experten und viele von uns bereits gehegt haben, sind jetzt zur Wahrheit geworden: Bereits wenige Stunden nach dem Erdbeben in Japan haben geschmolzenen Brennstäbe Löcher in den Boden eines der Reaktordruckkessel gefressen. Auch deswegen war es dem Betreiber TEPCO nicht gelungen, das havarierte Atomkraftwerk unter Kontrolle zu bekommen.

Brennstäbe fressen Löcher in Reaktorkessel in Fukushima I - © TEPCO

Brennstäbe fressen Löcher in Reaktorkessel in Fukushima I - © TEPCO

Im Reaktor 1 des Kernkraftwerks im japanischen Fukushima sollen die Brennstäbe schon ungefähr 16 Stunden nach der Naturkatastrophe am 11. März fast vollständig geschmolzen sein. Das musste der Betreiber Tepco jetzt gegenüber der japanischen Öffentlichkeit zugeben.  Die Brennstoffschmelze hat daraufhin Löcher in den Boden des Reaktorbehälters gefressen. Daher war die geplante Flutung des Reaktorbehälters mit Wasser zur Kühlung nicht möglich.

Tepco-Angaben zufolge  sind die Brennstäbe in Fukushima I bereits gegen 06.50 Uhr am 12. März 2011  zu einem sehr großen Teil geschmolzen. Die Schmelze sank hinunter und fras sich durch den Boden des Druckbehälters. Aufgrund des Tsunamis konnte der Atommeiler am 11. März nicht planmäßig abgeschaltet werden. Durch die erhöhte Temperatur ging der Kühlwasserstand bis zum oberen Teil der Brennstäbe zurück und die Kernschmelze konnte nicht gestoppt werden.

Die Reaktorkatastrophe in Fukushima ist zwischenzeitlich von der Internationalen Atomaufsichtsbehörde  als “Schwerwiegender Unfall” und damit auf die höchstmögliche Stufe sieben eingestuft worden. Fukushima ist nach Tschernobyl der zweite Atomunfall mit dieser Einstufung.

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