18. Juni 2019

Kohlekraft

Kohlekraftwerke arbeiten mit Brennstoffen wie Steinkohle oder Braunkohle. In Deutschland wird fast 25 Prozent der Energie aus Steinkohle und 27 Prozent aus Braunkohle gewonnen. Jedoch wird der Strom nicht direkt aus der Kohle gewonnen, sondern durch den Einsatz der Kohle als Brennmaterial. Über ein Förderband wird das Brennmaterial von Fremdkörpern befreit und in einen Brecherturm befördert. In diesem Turm wird die Kohle für die Verbrennung zerkleinert und anschließend in die Brennkammer befördert.

Kohlekraftwerk - © Tom Bayer | Fotolia.com

Kohlekraftwerk - © Tom Bayer | Fotolia.com

 

Beim Einsatz von Steinkohle benötigt ein Kraftwerk ca. 50 Kilogramm Steinkohle pro Sekunde und bei einem Einsatz von Braunkohle ca. 250 Kilogramm pro Sekunde. Während der Verbrennung entstehen Abgase die durch den Schornstein oder Kühlturm, nach einer Reinigung, entweichen. Ein solches Verfahren wird als Rauchgasreinigung bezeichnet. Für die Säuberung wird ein Elektrofilter oder ein Gewebefilter eingesetzt. Zusätzlich entsteht bei der Verbrennung Schlacke, welche ständig aus dem Brennraum entfernt werden muss. Eine solche Schlacke wird beispielsweise als Baustoff in der Industrie genutzt.

Durch die Verbrennung wird Wärme erzeugt, die man zur Energiegewinnung nutzt. Mit der Wärme wird das Wasser in einem Wasserrohrkessel erwärmt und das eingespeiste Wasser wird in Wasserdampf umgewandelt. Über Leitungen wird der Wasserdampf in einer Dampfturbine transportiert und diese angetrieben. Anschließend kühlt sich der Dampf ab und wird wieder flüssig. Nun kann man das Wasser erneut nutzen und der Kreislauf ist geschlossen.

Wird ein Kohlekraftwerk in Betrieb genommen, dann muss man eine gewisse Anfahrzeit in Kauf nehmen. Ein Kaltstart nach 72 Stunden dauert in etwa 6 1/2 Stunden. Relativ unbekannt ist die Tatsache, dass bei der Verbrennung von Kohle auch leichte Radioaktivität entsteht. So besitzt Kohle fast immer einige kleine Spuren von Radium, Uran oder Thorium. So konnten in den USA zwischen den Jahren 1960 und 1970 knapp 1.100 Tonnen Uran aus der Kohleasche extrahiert werden. Da Kohlekraftwerke auf die Verbrennung von fossilen Brennstoffen setzen und diese nicht uneingeschränkt vorhanden sind, setzt man immer mehr auf alternative Energieformen die auch umweltfreundlicher sind.